Wissenswertes zur Geschichte der Südsteirischen Weinstraße

Wissenswertes zur Geschichte der Südsteirischen Weinstraße

Im Folgenden ein interessanter und informativer Text zur Südsteirischen Weinstraße. Weitere Literatur finden Sie hier.

 

„Diesseits und jenseits aller Bilder liegt ein Traum – die Südsteirische Weinstraße“ (Ingrid Melzer)

 „Am 15. Oktober 1955 übergab Landeshauptmann Josef KRAINER das letzte, 2,6 km lange Stück der „Südsteirischen Weinstraße“ ihrer Benützung  . . .“ (Kleine Zeitung 18. Oktober 1955)

Dieses Straßenstück reichte von der Kästenburg (Jakope) bis zum Weingut Rebenhof. Folgende Gemeinden liegen direkt an der Südsteirischen Weinstraße: Ehrenhausen, Berghausen, Ratsch-Ottenberg, Gamlitz-Eckberg, Sulztal, Glanz, Langegg, Pössnitz, Fötschach und Leutschach. Andere Orte, die sich jetzt auch zu der SW zählen, sind Spielfeld, Eichberg-Trautenburg, Schlossberg und Arnfels.

Seitdem die Weinstraße besteht, hat es kaum einmal ernstliche Probleme an dieser  Grenze zum früheren Ostblockstaat Jugoslawien gegeben. Zwei Teilstücke der Südsteirischen Weinstraße werden als Neutrale Straße bezeichnet, das eine Teilstück ist 400 m lang, das zweite 1.800 m. Auch in diesen Bereichen hat es kaum einmal seit Bestehen der Straße Probleme gegeben. Diese Straßenteile waren für die Besucher des Südsteirischen Weinlandes aus der ganzen Welt immer eine besondere Attraktion. Zum Bau der SW ist noch erwähnenswert, dass es schon damals gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Jugoslawien gegeben hat: das Material für die Grundierung wurde aus dem Nachbarland Jugoslawien geholt.

Vor dem Bau der Südsteirischen Weinstraße hatten viele Betriebe keine Zufahrt zu ihren Häusern. Erst nach 1955 bestand für die Bauern vermehrt die Möglichkeit ihre Produkte ab Hof zu verkaufen, und damit als Direktvermarkter guten Gewinn zu erzielen. Auch die Zahl der Buschenschenken ist seither stark gestiegen. Mit der Strategie „Urlaub am Bauernhof“ und „Urlaub am Weinbauernhof“, sowie „Winzerzimmer“ eröffneten sich den Bauern weitere wirtschaftliche Möglichkeiten. In diesem Zusammenhang muss allerdings auch auf die ständig steigende Belastung der Weinbauernfamilien im Südsteirischen Weinland verwiesen werden. Neben der sehr schwierigen und oft auch gefährlichen Bearbeitung der Weinberge kommt jetzt die Belastung durch Buschenschank und Gästezimmer.

Als erste Gemeinde im Südsteirischen Weinland hat sich die kleine Grenzlandgemeinde Ratsch an der Weinstraße zu dieser Straße bekannt und hat die Straße in ihr Wappen aufgenommen.

Besondere Kennzeichen der Südsteirischen Weinstraße sind der Kurvenreichtum, die schmalen Straßenteile, das ständige Ab und Ab im Südsteirischen Weinland. Und die wunderbar-schöne Weinkulturlandschaft. Wenn Gamlitz schon einem Jahrzehnt die hohe Auszeichnung „Schönstes Blumendorf Europas“ erhielt, war das nach Aussagen der Jury auch auf das traumhaft schöne Weinland zurück zu führen! Schon vor Jahren wurde versucht, die SW zu verbreitern und zu begradigen. Nur durch den massiven Widerstand einzelner Personen, einiger Weinbauern und Dauergäste im Weinland konnten die ärgsten Eingriffe verhindert werden.

Die Südsteirische Weinstraße hat wesentlich zur touristischen Belebung des Südsteirischen Weinlandes beigetragen. Auch heute noch ist das Gebiet rechts der Linie Gamlitz – Leutschach bei weitem nicht so stark besucht, wie das Gebiet an der Südsteirischen Weinstraße. Obwohl auch dieses Weinbaugebiet seine eigenen Reize und vor allem wunderbare Fernblicke auf das SW und auch hervorragende Weinqualitäten zu bieten hat.

Seit der Eröffnung durch Landeshauptmann Josef Krainer I. hat sich auch die Infrastruktur in den Buschenschenken und Gastronomiebetrieben an der Südsteirische Weinstraße stark verbessert. Es gibt jedoch nach wie vor Besucher der Südsteirische Weinstraße  die auch mit einfachstem Angebot zufrieden sind. Daneben werden aber auch viele Betriebe den höchsten Ansprüchen gerecht. Den größten Aufschwung in diese Richtung hat aber wohl die Große Steirische Landesausstellung „WEINKULTUR“ im Jahr 1990 in Gamlitz gebracht.  Noch heute sprechen Besucher von der Landesausstellung und belegen damit die von allen Landesausstellungen geforderte, aber fast nie erreichte Langzeitwirkung und Nachhaltigkeit. Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Südsteirische Weinstraße für die gesamte Region große Vorteile brachte und deshalb viele Nachfolger im steirischen Weinland gefunden hat.

Am 1. Mai 2004 ist Slowenien Mitgliedsstaat der Europäischen Union geworden. Dadurch sind im Grenzverkehr weitere Vereinfachungen wirksam geworden. Jetzt, nach dem Inkrafttreten des „Schengen-Vertrages“, wird die Grenze viel strenger bewacht, als es zur Zeit des Ostblocks der Fall gewesen ist.

 

Die Südsteirische Weinstraße ist zu allen Jahreszeiten sehenswert:

im Frühling, wenn alles grünt und blüht,

im Sommer, wenn die ersten Früchte zu reifen beginnen,

im Herbst, wenn die Weinlese beginnt und Sturm und Kästen an der SW verkauft werden

und im Winter, wenn in der schneebedeckten Landschaft jeder einzelne Weinstock gesehen werden kann.

 

 

Ulrike Elsneg

u-elsneg

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