Literatur zur Geschichte der Südsteirischen Weinstraße

Literatur zur Geschichte der Südsteirischen Weinstraße

Weitere Texte über unsere Südsteirische Weinstraße

 

Erzherzog Johann,  Tagebucheintragung vom  30. November 1811

„. . .Südlich der Ebene nach Ehrenhausen, der Bacher. Ich konnte mich vom Fenster nicht losreißen, ein besonderes Gefühl überfiel mich, und so wie ich es schreibe, stehet das Bild lebhaft vor meinen Augen.
Ein schöner Tag, die untergehende Sonne, die Ruhe, die allenthalben herrschte.
Gott – dachte ich – schütze dieses herrliche Land, in deiner Hand lieget es, Ruhe und Glück demselben zu bewahren.
Du hast es ja mit Schönheit gestempelt und gute Menschen dahin gegeben;
erhalte ihren redlichen deutschen Sinn und mache, dass sie sich des Lebens freuen.“

 

                                                                                               

 

In der „Landeschronik Steiermark“  heißt es 1988 über die Weinstraße:

„ . . . die Touristenattraktion des Bezirkes Leibnitz schlechthin ist das Wein- und Grenzland mit seiner südsteirischen Weinstraße. Entlang dieser zum Teil internationalen Straße – die Staatsgrenze verläuft streckenweise in der Straßenmitte – werden in kleinen Buschenschenken in einer wohl landschaftlich einmaligen Gegend, oft auch als „Steirische Toskana“ bezeichnet, neben Weinen aus eigener Erzeugung die vielgeliebten, in ihrer Vielfalt oft kopierten, aber selten erreichten, hausgemachten Bretteljausen verabreicht. Kein Wunder, dass diese Gegend, neben Besuchern aus aller Herren Länder zur traditionellen Weinlese im Herbst, auch immer wieder stadtmüde Aus- und Umsteiger anzieht. Diese hofften, mit einem eigenen Bauernhof bald wieder die Werte der Natur und des Lebens neu zu entdecken.

Zahlreiche Töpfer, Maler und Bildhauer, aber auch so bekannte Schriftsteller wie Gerhard ROTH oder Helmut EISENDLE (+) sind dem Reiz dieser Gegend erlegen und erhoffen sich von Natur und Menschen neue Inspirationen.

Somit ist es nicht vermessen, wenn Eva ROSSMANN in der „Wiener Zeitung“ unlängst zu ihren Impressionen von der Südsteirischen Weinstraße den Titel wählte:

                                                „Grenzland – Weinland – Wunderland“

Johann SEILER, BZH Leibnitz

 

                                                                                               

S o n n e,  W i n d  u n d  K l a p o t e z

 Über vielen Weingärten der sonnigen Südsteiermark dreht sich der „Klapotez“, ein Vogelschreck-Windrad, dessen Holzhämmerchen eine seltsam fremdartige Melodie in den Wind klappern.

Während in der Weststeiermark um Stainz und Deutschlandsberg der roten Schilcherwein wächst, ein nicht ungefährlicher Tropfen, der sehr süffig ist, dominieren im Süden Traminer, Sylvaner, Muskat-Sylvaner und Welsch-Riesling, die schon in wenigen Wochen und Monaten nach der Lese eine verführerische Reife gewinnen.

Eine besondere Attraktion des südsteirischen Weinlandes ist die „Weinstraße“, die in Ehrenhausen (in der Nähe von Spielfeld) beginnt und bis Langegg (auf dem Weg nach Leutschach) zwischen Weingärten hindurch, hügelauf und hügelab, als neutrale Fahrbahn teilweise direkt die Grenze gegen Jugoslawien bildet – aber auch dort leben und arbeiten Weinbauern, und von Stacheldraht ist nicht zu sehen.

MERIAN Jahrgang 1960 – Heft Steiermark

                                                                                                

Südsteirische Weinstraße vollendet

Landeshauptmann K r a i n e r übergab gestern im Beisein der Hofräte Dr. M o r ok u t t i  und Dipl.Ing. H ö d l das letzte, 2,5 Kilometer lange Stück der „Südsteirischen Weinstraße“ ihrer Benützung. Der Bau dieses Straßenstückes erforderte einen Aufwand von 500.000 S. Die Mittel wurden zum Teil von der öffentlichen Hand, zum beträchtlichen Teil jedoch in Form von Eigenleistungen der Interessenten aufgebracht. Das Straßenstück wurde wie die meisten übrigen Teilstrecken als Güterweg ausgebaut, ist jedoch einwandfrei befahrbar. Die Straße verläuft zum Teil unmittelbar an der Grenze, zum Teil sogar auf jugoslawischem Boden. Die Südsteirische Weinstraße ist damit durchgehend von Ehrenhausen über Platsch bis Leutschach und weiter in den Bezirk Deutschlandsberg hinein (Eibiswald – Soboth) befahrbar. Die große wirtschaftliche Bedeutung  dieses Straßenbaues für das Grenzland wurde bei der feierlichen Eröffnung besonders hervorgehoben. Landeshauptmann Krainer und Bezirkshauptmann Dr. Junger wurden in Würdigung ihrer Verdienste um den Straßenbau zu Ehrenbürgern der Gemeinden R a t s c h  und S u l z t a l  ernannt.

 Beitrag in der KLEINEN ZEITUNG 52./5. Jahrgang, Nr. 241 – Dienstag, 18. Oktober 1955, Seite 10

 

                                                                                               

Südsteirische Weinstraße fertiggestellt

Landeshauptmann K r a i n e r  übergab am Sonntag im Beisein der Hofräte Dr. Morokutti und Dipl.-ing. H ö d l das letzte 2,6 km lange Teilstück der „Südsteirischen Weinstraße“ zwischen Ratsch und Sulztal ihrer Benützung. Die große wirtschaftliche Bedeutung für das Grenzland wurde bei der feierlichen Eröffnung besonders hervorgehoben und fand in der Ernennung von Landeshauptmann Krainer und Bezirkshauptmann Hofrat Dr. J u n g e r zu  E h r e n b ü g e r n  der Gemeinden Ratsch und Sulztal seinen Niederschlag. Der Bau des letzten Straßenstückes erforderte einen Aufwand von mehr als 500.000 Schilling. Die Mittel wurden zum Teil von der öffentlichen Hand, zum Teil jedoch in Form von Eigenleistungen der Interessenten aufgebracht. Das Straßenstück wurde wie die übrigen, schon vorher erbauten Abschnitte, als Güterweg ausgebaut, ist jedoch auch für den Personenkraftwagenverkehr ausgezeichnet geeignet. Die Straße verläuft teilweise unmittelbar an der Grenze, zum Teil auch jugoslawischem Boden.

Beitrag in der „Südost-Tagespost“ von Dienstag, dem 18. Oktober 1955

                                                                                               

Ulrike Elsneg

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