Lernziele der Naturpark Schulen

Lernziele der Naturpark Schulen

Im Folgenden eine Liste der Lernziele von Naturpark Schulen.

Allgemeine Ziele

Die Schüler sollen wissen, welche Voraussetzungen für das Prädikat Naturpark vorhanden sein müssen und zu den vier Säulen des Naturparks Beispiele aus dem eigenen Naturpark benennen können.

In die Umsetzung sollen nicht nur Pflichtschulen eingebunden werden sondern auch weiterbildende Schulen (Partnerschulen des Naturparks) – z.B. Bundesgymnasium und Realgymnasium, Fachschulen für Land- und Ernährungswirtschaft…

Wichtig ist, die Kriterien und Ziele einer Naturparkschule pädagogisch so umzusetzen, dass auch Kinder mit „geistiger und körperlicher Behinderung“ eingebunden werden können.

 

Grobziele zu folgenden Themenbereichen:

 

Kulturlandschaft:

Die SchülerInnen sollen….

  • die verschiedenen Kulturlandschaftsformen kennen und unterscheiden können.
  • bescheid wissen über Mischwald und von Fichten dominierte Wälder.
  • wissen, dass der Talraum des Hügellandes eher extensiv genutzt wird. Das Gebiet ist eher dicht besiedelt (Höfe, Weiler und Einfamilienhäuser). Dieser Kulturlandschaftstyp ist durch Wiesen, Äcker mit Kulturen sowie Holunder und Teichwirtschaft charakterisiert.
  • die Vorteile einer kleinteiligen Landschaftsform kennen –  (Wiesen, naturnahe Bachläufe, Hecken, Weg- und Ackerraine oder Einzelbäume).
  • wissen, welche Monokulturen es bei uns gibt.
  • folgende Begriffe erklären können: Altarm eines Flusses, Biotop, Waldbiotop, illyrischer Mischtyp, panonisch – illyrisches Klima, „natura 2000“ (Demmerkogel), Biodiversität.
  • Projekte zur Erhaltung der Kulturlandschaft kennen (Blumenreich Straßenrand, Verein für Landschafts- und Weidepflege…).
  • sich mit dem Thema „landschaftsgerechtes Bauen“ auseinandersetzen (Projekt „Baukultur) und dafür sensibilisiert werden, wie landschaftsgerechtes Bauen die Kulturlandschaft beeinflussen kann.
  • wissen, dass vor allem die Weingärten unsere Kulturlandschaft prägen.

 

 

Kultur, Brauchtum, Glaube und Aberglaube, Geschichten und Sagen:

 Die SchülerInnen sollen …

  • einige Bräuche der Region kennen z.B. Osterbräuche, Pfingstbräuche, Klapotetz (Wann er aufgestellt wird, aus wie vielen Hölzern er gemacht wird…) Wetterregeln usw. kennen und sich damit auseinandersetzen.
  • altes Liedgut, Geschichten und Sagen wieder entdecken (Projekt im Schuljahr 2009/2010 „Brauchtum – Literatur und Sagen im Naturpark“, Sagen von Peter Stelzl z.B. „Das Lahnwaberl“).
  • sich mit dem „Mythenreich“ auseinandersetzen (Was ist das Mythenreich? Projekte, Welche Gemeinden gehören zum Mythenreich?..).
  • sich im künstlerischen Bereich mit Erdfarbe (Vorkommen in der Gemeinde Heimschuh) und LandArt (Gemeinde Gleinstätten) auseinandersetzen und die Möglichkeit haben mit Künstlern und Materialien aus der Region zu arbeiten (Schöpfen von Kürbispapier).
  • sich mit der Hallstattzeit auseinandersetzen (Museum in Großklein, Hallstattzeitliches Gehöft, Hügelgräber, keltischer Wehrturm und Kulturraum Königsberg).
  • über die Bedeutung der Bischöfe von Salzburg bzw. von Graz-Seckau für unsere Region bescheid wissen.
  • sich mit der Geschichte der Römer in Zusammenhang mit unserer Region (Naturpark) beschäftigen.
  • über das Kulturprojekt  „Arkadien“ mit dem Schwerpunkt Musik informiert sein.
  • sich mit alten Handwerksformen beschäftigen („Mythenreichtischler“).

 

 

Wasser:

Die Schüler sollen…..

  • Gewässer und Flüsse im Naturpark kennen (Laßnitz, Sulm, Sulmsee, Landschaftsteich in Gamlitz, Naturbadesee in Oberhaag….).
  • wissen wodurch die Qualität des Wassers in unserer Region beeinflusst wird.
  • Überlegungen anstellen, wie man Wasser einsparen kann (Das Thema Wassermangel in der Region behandeln) – verantwortlicher Umgang mit dem Wasser.
  • die Aulandschaften im Naturpark kennen (auch Aupark in Vogau).
  • sich mit dem Naturraum Wasser auseinandersetzen (Wassertiere).

 

 

Fauna und Flora

Die SchülerInnen sollen…

  • Baumarten und Sträucher kennen (Kastanienbaum, Pappeln, Elsbeere, Kopfweiden, Buchen, 1000jährige Eiche in der Gemeinde Schloßberg…).
  • Besonderheiten wie Smaragdeidechse, Moorfrosch, Mauereidechse, deutscher Skorpion und Gottesanbeterin kennen.
  • einige alte Apfelsorten kennen und auch wissen, dass Streuobstwiesen unsere Kulturlandschaft prägen.
  • die Bedeutung des Kürbis kennen und dass nicht nur der Wein sondern auch der Kürbis ein Markenzeichen des Naturparks ist.
  • eine geführte Exkursion durch die „Spielfelder Weingärten“ machen. – Der Rundweg führt durch Weinberge und naturräumliche wertvolle Lebensräume. Bei den verschiedenen Stationen werden verschiedene Themen wie Geologie, Geschichte, besondere Tier- und Pflanzenarten und kulturhistorische Zusammenhänge vermittelt.
  • das Attemsmoor in der Gemeinde Straß in der Steiermark kennen und sich mit dem Thema Moor beschäftigen (Niedermoor, Vorkommen der Pflanze Sonnentau, Wollgras, Bedeutung als Wasserspeicher …).
  • Kräuter, Heil- und Wildkräuter und ihren Gebrauch kennen.
  • geschützte Pflanzen und Tiere kennen.

 

 

Besonderheiten im Naturpark:

Die SchülerInnen sollen folgende Besonderheiten kennen

  • Attemsmoor
  • Altenbachklamm
  • Sulmtaler Huhn
  • Geowanderweg und Mineralienausstellung in Oberhaag
  • Aupark
  • Naturparkzentrum
  • Spielfelder Weingärten
  • Landschaftsteiche Gamlitz
  • Kraftorte (Theresien Kapelle, Wallfahrtskirche Frauenberg…)
  • Natura 2000 Gebiet Demmerkogel
  • Spielfelder Weingärten
  • Hallstattzeitliches Gehöft – Burgstallkogel
  • Kulturraum Königsberg
  • Graspellets
  • Freiluftklassenzimmer in Oberhaag

  

 

 Regionale Produkte:

Die Schüler sollen..

  • sich mit den regionalen Produkten auseinandersetzen  (Wein, Apfelsaft, Honig, Kernöl und weitere Produkte aus Kürbis, Schafprodukte, Essig, Heilkräuter…..).
  • Herkunft, Verarbeitung und Verwendung regionaler Produkte kennen lernen.
  • die Zusammenhänge der Kreislaufwirtschaft erkennen (Arbeitsplätze, Entgegenwirken einer Abwanderung, Wertschöpfung, Umweltschutz).
  • je nach Möglichkeit einen Schulgarten anlegen.
  • die Möglichkeit haben eine gesunde Jause in der Schule zu bekommen.
  • das Angebot in Bezug auf Verarbeitung von regionalen Rohprodukten wahrnehmen – Brot backen, Schafwolle filzen, Schafspezialitäten zubereiten (eher Fachschulen),Honig herstellen, Kräuterwanderungen und Verarbeitung…
  • eine Naturparkpartnerbetrieb besuchen.
  • besondere Produkte der Region kennen: Sulmtaler Huhn, Zelodec, Lammgeselchtes, Lammsalami, Lammschnecken, “Manturo“ Produkte vom Mangalitzaschwein, Kürbisschokolade Kürbispapier, Weinessig….

 

 

Energie:

 Die SchülerInnen sollen …

  • sich mit erneuerbarer Energie auseinandersetzen – Holz – Hackschnitzelheizwerk, Sonnenenergie, Erdwärme, Wasserkraft, Photovoltaik Beispiel Rasthaus auf der Remschniggalm.
  • ressourcenschonenden Umgang mit Energie lernen.
  • verstehen, dass mit regionaler Energie die Wertschöpfung in der Region bleibt und auch Arbeitsplätze gesichert werden.

 

 

Naturschutz:

 Die Schüler sollen …

  • Naturdenkmale kennen (Gamlitz 2 Edelkastanien, Glanz Stieleiche, Kitzeck Edelkastanie, Pisdorf Winterlinde, Ratsch an der Weinstraße Platane, Schlossberg Eibe ).
  • über Natura 2000 bescheid wissen und das Natura 2000 Gebiet am Demmerkogel kennen.
  • wissen, was ein Landschaftsschutzgebiet ist.
  • die geschützten Pflanzen in unserem Naturpark kennen.
  • über das Projekt „Blumenreich Straßenrand“ informiert sein.
  • an den angebotenen Natur- und Landschaftsführungen teilnehmen.
  • mit den Lehrern; mit der Natur- und Bergwacht und mit der Jägerschaft zusammenarbeiten.
  • an Aktionen wie „Saubere Steiermark“ teilnehmen.
  • richtig Müll trennen und Müll vermeiden (auch Umweltschutz ist ein wesentlicher Beitrag für den Naturschutz) lernen.

 

 

Erholung:

Die SchülerInnen sollen…

  • sich mit dem Thema „Ökotourismus“ auseinandersetzen (weiterbildende Schulen).
  • Wanderwege, Themenwege, Barfußparcours, touristische Angebote „Erholung in der Natur“ kennen und die Möglichkeit haben diese bei schulischen Wandertagen auch zu nutzen.
  • die Möglichkeit haben ihren Pausenbereich zu gestalten und dass auch der Unterricht teilweise im Freien stattfindet z.B. Freiluftklassenzimmer.
  • die Möglichkeit haben, sich nach anstrengenden Unterrichtsstunden im Freien zu erholen um auch ihre Aggressionen abbauen zu können.
  • darüber informiert sein, dass der Naturpark im Bezug auf Erholung viele Angebote hat.

 

 

Regionalentwicklung:

Die Schüler sollen…

  • sich mit Kreislaufwirtschaft und ihren Vorteilen auseinandersetzen.
  • über die Möglichkeiten der Vermarktung regionaler Produkte bescheid wissen (Ab-Hof-Verkauf, Vinofaktur, Bauernladen, Frischehof, Genussbezirk, Veranstaltungen zu bestimmten Themen „Alles Schaf“, Naturparkbrunch, Aufsteirern in Graz, Steiermark Frühling).
  • bescheid wissen welche Akteure sich mit der Regionalentwicklung intensiv auseinandersetzen – Naturpark, Tourismus, EU – Regionalmanagement, Regionext, Landentwicklung Steiermark, Gemeinden……
  • Angebote der Region kennen und diese auch nutzen.
  • sensibilisiert werden, dass der Naturpark auch in der Regionalentwicklung eine Chance für die Region ist.

 

 

Geologie:

Die Schüler sollen…

  • die Mineralienausstellung, den Geowanderweg und die Schaukanzel in Oberhaag kennen.
  • einige Gesteinsarten der Region kennen (von der Koralpe bis zum Remschnigg).
  • wissen, dass wir heute noch versteinerte Meereslebewesen aus dem Jungtertiär finden (Schloss Seggau – versteinerte Seekuh) (weiterführende Schulen).

 

 

Blühende Gesundheit:

Die Schüler sollen….

  • das steiermarkweite Projekt für alle Naturparke kennen (Inhalt und Ziele).
  •  die Möglichkeit haben, wenn ein Schulgarten gestaltet wird, sich auch mit Gartentherapie in Schulgärten auseinanderzusetzen.
  • erkennen, dass Körper – Geist – Seele zusammenhängen und eine Einheit bilden.
  • dafür sensibilisiert werden, dass wir, wenn wir etwas für unsere Gesundheit tun wollen, dies mit einem ganzheitlichen Ansatz machen müssen.
  • wissen und sich auch damit beschäftigen, dass Gesundheit auch aus der Natur kommt z.B. Heilkräuter, Erholung in der Natur – Stressabbau, Entschleunigung, Abbau von Aggressionen, Lebensfreude.
  •  im Werkunterricht auch mit Naturmaterialien arbeiten.
  • Biobetriebe kennen und besichtigen und Bioprodukte und ihre Vorteile  gegenüber herkömmlichen Produkten kennen.
  • Angebote des Naturparks nutzen (Kräuterwanderungen, „Mit allen Sinnen die Natur erleben“.
  • alternative Heilmethoden kennen lernen.
  • die sportlichen Möglichkeiten im Naturpark wahrnehmen und nützen (Wanderungen z.B. Wanderung mit Ostergeschichten aus dem Naturpark, Welschlauf, sportliche Aktivitäten der Naturparkgemeinden, Kneippanlage im Freiluftklassenzimmer in Oberhaag).

Die Lernziele sollen entsprechend dem Alter, dem Schultyp und im Einklang mit den Unterrichtsfächern umgesetzt werden.

Ulrike Elsneg

u-elsneg