„A guade Schneid“ beim Sensenmähkurs

Schon im letzten Blogbeitrag waren wir in Remschnigg, bei den Zwergzebus am Zebuhof Muster. Diesmal besuchen wir Jürgen Rausch-Schott, der mit seinen Sensenmähkursen altes Handwerk wieder aktiviert und damit nicht nur Sport in der Natur, sondern auch Landschaftspflege betreibt

Es ist 7 Uhr früh und ich muss (wie vor kurzem beim Morgenyoga mit Margit Weingast) feststellen, dass es sich doch lohnt früh aufzustehen. Gemeinsam mit einer bunt durchmischten Gruppe bin ich beim Sensenmähkurs mit Jürgen Rausch-Schott in Remschnigg. Mit voller Motivation begrüßt uns Jürgen und erklärt gleich, warum es so wichtig ist, dass wir schon um 7 beginnen: „Ihr werdet den Unterschied vom nassen zum trockenen Gras beim Mähen merken!“ Doch bevor wir den perfekten Sensenschwung üben können, muss unser Arbeitsgerät erstmal zusammengebaut werden…Sensenmähkurs mit Jürgen Rausch-Schott (c) Ulrike Elsneg

Jürgen, hauptberuflicher Landschaftsgärtner und ausgebildeter Sensenlehrer, erklärt sorgsam alle Bestandteile der Sense: Sensenworb (der Sensenstil) und Sense mit Spitze, Kragen, Hamme, Rücken, Schneide, Dengel, Bart, Warze… Diese werden dann unter fachlicher Anleitung zusammengebaut. „Es ist wichtig dass jede Sense individuell auf den Mäher oder die Mäherin eingestellt ist – das garantiert effizientes Mähen das auch Spaß macht!“

Nachdem die Größe angepasst ist geht es ans Einstellen der Schneid‘: zuerst deren Auflage am Boden, dann wird sie „in den Zirkel gestellt“ und erst wenn alles passt endgültig festgeschraubt.

Soviel zur Vorbereitung – auf zur Mahd!

Sensenmähkurs mit Jürgen Rausch-Schott (c) Ulrike ElsnegGemeinsam spazieren wir dann mit den Sensen „bewaffnet“ auf die Übungsfläche… Los geht’s. Jürgen gibt jedem/r Teilnehmer/in Tipps zur perfekten Technik, und siehe da, auch eine Sensen-Laiin wie ich schafft es, das Gras (relativ) gleichmäßig zu mähen. Auch anderer Kursteilnehmer/innen mähen zum ersten Mal mit der Sense, manche haben schon etwas mehr Übung. Brigitte erzählt mir, sie wolle heute ihre Technik verbessern, damit das Mähen zuhause noch besser funktioniert. Auch Horst der Eselwanderungen in der Südsteiermark anbietet hat schon öfters Mähversuche gestartet: „Aber meistens eher gehackt als gemäht. Jetzt will ich’s lernen – damit ich für meine Tiere auch gscheit‘ Gras mähn kann“, lacht er.

Vom klassischen Mähen mit der 75 cm langen Sense bis hin zum Ausmähen von Bäumen, dem Mähen am „Roa“ im steilen Gelände, ‚Ausprobieren verschiedener Sensenlängen und –härten und natürlich dem Wetzen – im Kurs wird viel Wert auf Praxis gelegt. Mit etwas Übung und den Tipps von Jürgen gelingen die Schwünge immer besser und gleichmäßiger. Nach etwa einer Stunde wirkt das gemeinsame mähen der Teilnehmer/innen fast wie choreographiert, und eingebettet in die wunderbare Landschaft auch schon etwas nostalgisch-kitschig. Jürgen erzählt mir inzwischen von seiner Motivation zum Sensenmähen: „Es ist für mich mittlerweile ein richtiges Vergnügen, es ist wunderbar wenn man ganz in seinem eigenem Rhythmus mähen kann… das ist fast schon wie meditieren.“ Die Möglichkeit in der Natur Sport zu machen, ein Kulturgut hoch zu halten und natürlich die gemähte Wiese sind für ihn ebenso Gründe mit der Sense zu mähen und das auch weiterzugeben. Auch die Kursteilnehmer/innen scheinen sichtlich Freude an ihren Erfolgen zu haben.

Sensenmähkurs mit Jürgen Rausch-Schott (c) Ulrike ElsnegMittlerweile ist der Unterschied zwischen nassem und feuchtem Gras zu bemerken, und es geht zur letzten Kurseinheit zurück zum Hof. Das Dengeln: mit gezielten Hammerschlägen wird die Sense entlang der Schneidkante ausgezogen und damit wieder geschärft. Hierzu gibt es ein paar kleine Helferlein, trotzdem will die Technik gut geübt sein. Aber keine Angst – wenns‘ überhaupt nicht klappt, bietet der Sensenverein Österreich auch ein Dengelservice an.

 

Die Sensenmäh- und Dengelkurse kann man über den Sensenverein Österreich buchen, am 9. Juli, 10. und 24. September findet wieder ein Kurs zum „Sensenmähen für den Hausgebrauch“ mit Jürgen statt.

Nach dem gut siebenstündigen Kurs gibt es noch ein gemeinsames Ausklingen unterm‘ Lindenbaum. Im Schatten, umgeben von Jürgens‘ bunter Hühnerschar wird zufrieden über das gelernte und die verbesserte Technik noch fleißig gefachsimpelt. Die Teilnehmer/innen haben die Möglichkeit „ihre“ Sense dann auch gleich mit nachhause zu nehmen – denn mit der perfekt eingestellten Sense mäht es sich gleich viel leichter, auch zu Hause

4 Gedanken zu „„A guade Schneid“ beim Sensenmähkurs

  • 30. Juni 2016 um 15:05
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    Sehr lässig, den mach ich auch…
    lg Claudia

    • 1. Juli 2016 um 16:00
      Permalink

      Unbedingt – dann kannst‘ den „Roa dahoam“ gleich selbst mähen! 🙂

  • 20. Juli 2016 um 21:23
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    Das klingt ja super, Ulrike! Nächstes Mal bin ich auch dabei und wir machen Yoga mit der Sense!;-)

    • 21. Juli 2016 um 10:45
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      Haha, ja, gerne! 😀
      Aber das ist dann wirklich was für SEHR geübte. 😉

Kommentare sind geschlossen.

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